BYOC steht für Bring Your Own Carrier und bedeutet, dass Beschäftigte oder Teams ihren eigenen Kommunikationsanbieter mitbringen.
Telefonie, Messaging oder Konferenz laufen dann über einen vom Nutzer gewählten Dienst statt über den zentralen Anschluss der Organisation.
Der Gewinn an Flexibilität steht neben neuen Fragen zu Datenhaltung, Identität und Support.
Die Ursprünge von BYOC
BYOC entstand, als geschäftliche Gespräche aus der Festnetztelefonie in Apps und Cloud-Dienste wanderten.
Teams wollten Anbieter nutzen, die Kunden und Partner bereits verwendeten, statt alles über eine Nebenstellenanlage zu führen.
Die Organisation behält oft die Steuerung der Regeln, während der Transport beim gewählten Carrier liegt.
Auswirkungen der Fernarbeit
Fernarbeit hat den Bedarf verstärkt, von beliebigen Netzen aus mit Kunden zu sprechen und zu konferieren.
Ein mitgebrachter Carrier lässt sich dort nutzen, wo der zentrale Anschluss nicht erreichbar oder unpraktisch ist.
Gleichzeitig entstehen Gespräche außerhalb der bisher überwachten Telefonanlage.
Vorteile von BYOC
Vorteile sind schnellere Einführung neuer Kanäle und eine Kommunikation, die zum Arbeitsalltag der Beteiligten passt.
Organisationen vermeiden den Austausch der gesamten Telefonie, wenn nur einzelne Teams einen anderen Weg brauchen.
Der Nutzen bleibt nur erhalten, wenn Identität, Aufzeichnungspflichten und Support geklärt sind.
Mitarbeiter-Zufriedenheit
Mitarbeiter können die Werkzeuge nutzen, mit denen ihre Gesprächspartner bereits erreichbar sind.
Das senkt Reibung in Vertrieb, Support und Projektarbeit über Organisationsgrenzen hinweg.
Zufriedenheit steigt, wenn der Dienst zuverlässig ist und nicht neben einer zweiten, verpflichtenden Anlage herläuft.
Kosteneinsparungen
Kosteneinsparungen entstehen, wenn nicht für jeden Kanal eine eigene Infrastruktur betrieben wird.
Lizenzen und Gesprächsgebühren bleiben sichtbar und müssen gegen den entfallenen Betrieb der Altanlage gerechnet werden.
Versteckte Kosten liegen im Support mehrerer Anbieter und in nachträglichen Anpassungen für Compliance.
Risiken von BYOC
Risiken betreffen den Ort der Gesprächsdaten, die Anmeldung der Nutzer und die Abhängigkeit von einem externen Dienst.
Ein Vorfall beim Carrier betrifft Gespräche, die das Unternehmen nicht mehr in der eigenen Anlage hält.
Schattennutzung ohne Vereinbarung vergrößert dieses Risiko zusätzlich.
Cybersecurity-Risiken
Cybersecurity-Risiken entstehen durch fremde Identitäten, unsichere Endgeräte und Aufzeichnungen, die außerhalb der eigenen Kontrolle liegen.
Übernommene Konten beim Carrier ermöglichen es, im Namen des Unternehmens zu sprechen.
Regeln für Authentifizierung, Freigabe von Teilnehmern und Löschung von Aufzeichnungen müssen vertraglich und technisch gelten.
Herausforderungen für IT-Support und Management
Der IT-Support muss mehrere Anbieter, Clients und Störungsmeldungen beherrschen statt einer einzigen Anlage.
Zuständigkeiten zwischen Carrier, Fachbereich und interner IT werden unscharf, wenn sie nicht schriftlich festgelegt sind.
Ohne eine geführte Liste der genutzten Dienste fehlt der Überblick im Vorfall.
Bewährte Praktiken für die Implementierung einer BYOC-Richtlinie
Eine tragfähige BYOC-Praxis beginnt mit einer Richtlinie, die erlaubte Carrier, Datenarten und Supportwege nennt.
Sicherheit und Betrieb werden vor der Freigabe geprüft, nicht nach dem ersten produktiven Gespräch.
Nicht vereinbarte Dienste bleiben untersagt, sonst läuft die Kommunikation am Plan vorbei.
Entwickeln einer BYOC-Richtlinie
Die Richtlinie legt fest, welche Inhalte über einen mitgebrachten Carrier laufen dürfen und welche in internen Systemen bleiben.
Sie benennt Eigentümer, zugelassene Anbieter und die Pflicht zur starken Anmeldung.
Ausnahmen haben einen Zweck und ein Ende.
Implementierung von Sicherheitsmaßnahmen
Sicherheitsmaßnahmen umfassen zentrale Identitäten, eine zweite Prüfung bei der Anmeldung und Verschlüsselung auf dem Weg.
Aufzeichnungen und Metadaten werden nur dort gespeichert, wo Aufbewahrung und Zugriff geklärt sind.
Der Verlust eines Endgeräts muss den Zugang beim Carrier widerrufen können.
Bereitstellung von IT-Support
IT-Support braucht einen bekannten Meldeweg, Kenntnisse der freigegebenen Clients und eine Vereinbarung mit dem Carrier über Störungen.
Beschäftigte erhalten eine kurze Anleitung für Anmeldung, Aufzeichnung und das Melden eines verdächtigen Kontos.
Support endet nicht bei der Installation, sondern umfasst den Vorfall und das Ausscheiden von Personen.
